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Lehrplan 21: Die Jugend will mitreden

28 Oktober 2013

Jugendliche wollen ein Mitspracherecht in Bildungsfragen. Und: Sie wollen mehr Wissen über Menschenrechts-, Konsum-, Gesundheits-, Energie- und Umweltthemen erhalten. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Marktforschungsinstitutes GfK im Auftrag der Bildungskoalition NGO.

Luisa Lichtenberger (USO), Nils Muenger (Kinderlobby Schweiz), Jana Indelicato (Forum Jugendsession)
Luisa Lichtenberger (USO), Nils Muenger (Kinderlobby Schweiz), Jana Indelicato (Forum Jugendsession)© Annette Boutellier/Bildungskoalition NGO

Wer die Jugend für desinteressiert hält, täuscht sich. Schülerinnen und Schüler, so zeigt eine neue Studie, wollen ihren Schulalltag mitgestalten. In einer Untersuchung des Marktforschungsinstitutes GfK gaben zwei von drei Schülerinnen und Schülern an, bei der Auswahl von Schulprojekten mehr mitreden zu wollen.

Die rund 30 Mitglieder der Bildungskoalition NGO sehen das ähnlich. Umso mehr, weil die Befragung zeigt, dass Menschenrechts-, Konsum-, Gesundheits-, Energie- und Umweltfragen zentrale Anliegen für Jugendliche sind.

Mehr Bildung in Nachhaltigkeit
Mathematik und Sprachen reichen der Jugend heute nicht mehr aus. Rund 70 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler wollen mehr darüber wissen, wie man Menschenrechte besser schützen kann. Nur einer von vier Schülerinnen und Schüler findet, dass er oder sie genug über andere Länder und Kulturen weiss.

Die Teenager möchten nicht nur fremde Kulturen besser verstehen. Auch Energie- und Finanzfragen stehen bei der Jugend zuoberst auf der Prioritätenliste. Rund 60 Prozent der Befragten möchten mehr über Geld und Schulden sowie erneuerbare Energien erfahren. Auch die eigene Gesundheit ist für sie ein Thema: Eine grosse Mehrheit findet, dass sie zu wenig über Mobbing und Stressbewältigung weiss. Den Jugendlichen ist psychische und soziale Gesundheit besonders wichtig.

Musikdownloads und Cybermobbing: Medienrechte gefragt
Zudem scheint es grossen Aufklärungsbedarf über die Gefahren des Medienkonsums und die Internetnutzung zu geben. Die grosse Mehrheit der Jugendlichen (62 %) wünscht sich mehr Infos über die rechtlichen Folgen beim Herunterladen von Musik oder Filmen.

Ob Medienkompetenz, Nachhaltigkeit oder Mitspracherecht: Die Jugendlichen wissen, was sie wollen – werden aber nur selten danach gefragt. Die Bildungskoalition NGO fordert deshalb, die Wünsche der Jugendlichen im Lehrplan 21 zu berücksichtigen. Den gewünschten Bildungsinhalten sollen feste Zeitfenster zugewiesen werden. Auch Reynard und Indelicato sind sich einig: «Der Lehrplan 21 ist eine Chance für die Jugend. Eine Chance, die genutzt werden muss.»

 

 

 

 

 

 

Die Studie „Jugend und Lehrplan 21“ wurde durch die folgenden Organisationen finanziert:


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